Classic et Cetera

Der Kaiser von China und die Nachtigall, So., 21.05.2017, 11:00 Uhr

Ein musikalisches Märchen für Sopran, Klavier und Erzählerin

Musik: nach Strawinskys Oper „Le chant du rossignol“ *)

  • Elsbeth Reuter, Sopran
  • Randolf Stöck, Klavier
  • Ilona C. Schulz, Erzählerin
     

Der chinesische Kaiser hat ein Problem: Sein Garten ist schön, aber riesig. Nicht einmal sein Oberbonze weiß, in welchem seiner Wälder die Nachtigall wohnt. Von deren Gesang las er soeben in einem gelehrten Buch des Kaisers von Japan.

Der ganze Hof sucht unter Strafandrohungen nach der Nachtigall, die bis zum Abend vor dem Kaiser zu erscheinen hat. Endlich! Das ärmste Küchenmädchen am Hof weiß, dass die Nachtigall nachts in den Zweigen der überhängenden Bäume, die am Meer stehen, singt – dort wo der Fischer immer seine Netze einholt.

Der Oberbonze persönlich zieht mit der kleinen Köchin hinaus – durch den Wald zum Strand, um die Nachtigall zu holen und verwechselt ihren Gesang mit dem Brüllen der Kühe und dem Quaken der Frösche. Wie erstaunt ist man, als der unscheinbare, kleine, graue Vogel endlich erscheint und seinen bezaubernden Gesang hören lässt …

Die Nachtigall erklärt sich bereit, zum Hof mitzukommen – als dem Kaiser bei ihrem Gesang die Tränen über die Wangen laufen, singt sie noch schöner. Keine Belohnung will sie annehmen, denn: „Ich sah die Tränen in des Kaisers Augen, das ist mir der reichste Schatz.“ antwortet sie, und bleibt – mit Seidenbändern an den Füßen – angebunden, bei Hofe.

Als aber der Kaiser von Japan dem chinesischen Kaiser eine reich geschmückte, künstliche Nachtigall schenkt, die genau im Takt singen kann, so dass alle ihr Lied erlernen können, verliert man am Hof das Interesse an der echten Nachtigall. Sie  fliegt in einem unbewachten Augenblick aus dem Fenster und wird zur Strafe des Landes verwiesen. Nach fünf Jahren ist die künstliche Nachtigall vom vielen Spielen kaputt.

Der Kaiser ist so krank, dass sich der Tod schon auf seine Brust setzt. „Musik, Musik!“ ru der Kaiser, aber alles bleibt still. Da kommt die lebendige Nachtigall zurück, und singt so schön, dass selbst der Tod aufhorcht, Sehnsucht nach seinem Reich bekommt und dem Kaiser die goldene Krone, den Säbel und die Fahne zurückgibt, damit die Nachtigall weitersingt. „Ich habe deinen Augen Tränen entlockt, als ich das erste Mal für dich sang. Das sind die Juwelen, die ein Sängerherz erfreuen. Lass mir die Freiheit und ich werde immer kommen und für dich singen, denn ich liebe dein Herz mehr als deine Krone!“ Der Tod kehrt ohne den Kaiser in sein Reich zurück, und der Kaiser steht auf und sagt: “Guten Morgen!“

In unserer Fassung wird die Erzählerin Ilona Schulz in die verschiedensten Rollen von Köchin über Oberbonze bis hin zum Kaiser, dem Tod, dem Fischer und der Erzählerin schlüpfen, während die Sängerin Elsbeth Reuter die Nachtigall, eine Partie für Koloratursopran, übernimmt, die in Form einer kleinen Suite für Sopran und Klavier nach Strawinskys Oper „Le chant du rossignol“ vom Pianisten Alexander Bildau eingerichtet wurde.

*) Igor Strawinsky vertonte das Märchen „Die Nachtigall“ von Hans Christian Andersen ursprünglich als „Lyrisches Märchen nach Andersen“ für Orchester, Chor und zehn Sänger.


Eintritt: 5 €


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