Classic et Cetera

Barockorchester Reutlingen: Accademia degli Unisoni, So., 30.11.2014, 17:30 Uhr

Ulrike Härter, Sopran
Petra Marianowski, Cembalo & Leitung

Barbara Strozzi (1619 – 1677)
“Lagrime mie”, “Eraclito amoroso” und “Hor che Apollo”
Tarquinio Merula (1595 – 1665)
Canzona “La Cattarina” und Ciaccona L‘Ara a 3
Gioavanni Felice Sances (1600 – 1679)
“Usurpator tiranno”
Claudio Monteverdi (1567 – 1643)
“Si dolce è il tormento”, “Lamento della Ninfa” und Madrigali dal Libro VIII

Nach dem mitreißenden Freinsheim-Debut mit Bachs Goldbergvariationen bringt die Cembalistin Petra Marianowski diesmal ihr eigenes Orchester mit.
Das Barock-Ensemble ”Accademia degli Unisoni” des Barockorchesters Reutlingen hat es sich zum Ziel gesetzt, die Blütezeit der italienischen Hausmusik des 17. Jahrhunderts wieder aufleben zu lassen. Ganz wie das Vorbild, die 1637 gegründete ”Accademia degli Unisoni” (Gruppe der Gleichgesinnten) widmet sich das Ensemble in seinen Konzerten nicht nur der rein konzertanten Aufführung barocker Meisterwerke, sondern hat dabei stets die Verbindung des künstlerischen Diskurses mit Poesie, Rezitation, Komposition und Improvisation im Blick.

Alle Musikerinnen und Musiker rund um die Cembalistin Petra Marianowski sind Spezialisten der sogenannten historischen Aufführungspraxis und kennen sich schon lange aus der intensiven Zusammenarbeit im Barockorchester Reutlingen. Das Ensemble ist stark vom Geist der musikhistorischen Forschung geprägt, die in Zentren für Alte Musik z.B. in Trossingen, Freiburg und der renommierten Schola Cantorum Basiliensis ihre Wurzeln hat.

Das Programm versetzt uns zurück in die Blütezeit der italienischen Hausmusik. Die ”Accademia degli Unisoni” in Venedig kümmerte sich bei ihren Treffen, nicht nur um die Aufführung musikalischer Werke, sondern auch um den akademischen und wissenschaftlichen Diskurs. Wortführerin der Gruppe war die Komponistin, Lautenistin und Sängerin Barbara Strozzi, eine Wegbereiterin der italienischen Kammerkantate. Sie leitete die Treffen, gab Texte und Gedichte bei anderen – auch männlichen – Mitgliedern in Auftrag, vertonte sie und trug sie selbst vor. Ihre Musik ist wie ihre Persönlichkeit: einzigartig ausdrucksstark und lyrisch. Sie spiegelt den formalen Reichtum der damaligen Zeit wider: Da-capo-Arien, Strophenlieder, Variationssätze, dramatische Kantaten und Gesänge, Rezitative und freie Improvisationen, zusammen mehr als 125 Einzelwerke sind in den von ihr veröffentlichten acht Bänden überliefert.
Im heutigen Konzert nimmt sich das Ensemble den Gestus der oben beschriebenen Treffen zum Vorbild und mischt Rezitation, Komposition und Improvisation in der damaligen Manier.

Zum besseren Verständnis erklingen die Texte der Kompositionen zunächst in deutscher Übersetzung. Dann leiten die Instrumente, improvisatorisch untermalend, zu den Originalkompositionen über.
Neben den damals beliebten Improvisationsbässen, dem Lamento-Bass, der Follia und der Bergamasca, bringen die Musiker selten gehörte Werke zu Gehör, aber auch einen der größten ”Hits” jener Zeit, Claudio Monteverdis Madrigal ”Si dolce è il tormento”.


Eintritt: 18 €

5,00 € (Reduzierter Eintrittspreis nur für Schüler und Studenten)
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